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Aktuelle Veranstaltungen:

Do, 11.01.2018, 21:00 Uhr: Rosa L. und der Rote Oktober

Der Berliner Kabarettist Dr. Seltsam erzählt aus dem bewegten Leben von Rosa Luxemburg und liest aus ihren Texten.

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Die Revolutionstage erlebte und analysierte Rosa von einer Breslauer Gefängniszelle aus. Sie war pessimistisch: „Natürlich werden sie sich in diesem Hexensabbath nicht halten können. … Weil die Sozialdemokratie in dem hochentwickelten Westen aus hundsjämmerlichen Feiglingen besteht und die Russen, ruhig zusehend, sich werden verbluten lassen.“ Und dennoch: „Es ist eine weltgeschichtliche Tat, deren Spur in Äonen nicht untergehen wird.“ „… das erste welthistorische Experiment mit der Diktatur der Arbeiterklasse, und zwar unter den denkbar schwersten Bedingungen: mitten im Weltenbrand und Chaos eines imperialistischen Völkermordens, in der eisernen Schlinge der reaktionärsten Mittelmacht Europas, unter völligem Versagen des internationalen Proletariats.“

Sie tat sich schwer mit der Realpolitik der Bolschewisten: „Den imperialistischen Weltkrieg kann nur eine proletarische Weltrevolution liquidieren.“ Die Weltlage 100 Jahre später scheint ihr Recht zu geben…

Dr. Seltsam bietet auch Führungen auf den Spuren Rosa Luxemburgs in Berlin an.

Danach Tresen mit Dosenmukke, free Kicker, kühlen Getränken und netten Leuten hinter und vor der Theke. 


Sa, 13.01.2018, 10:00 Uhr: Amandla! Awethu! Die Machtfrage stellen

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XXIII. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz

Der afrikanische Philosoph Achille Mbembe fasst in seinem Buch »Kritik der schwarzen Vernunft« (Suhrkamp) die globale gesellschaftliche Entwicklung so zusammen: »Afrika passt sich nicht der Welt an, die Welt wird afrikanisiert«.

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Die »Neger« EU-Europas, erläuterte er in einem Interview, seien heute die Griechen. Das Land und die dort unterm Diktat internationaler Konzerne, Brüssels und Berlins geschaffene Verelendung und Massenarbeitslosigkeit, die Lohnsenkungen und Rentenkürzungen bei Erhalt der Steuerfreiheit für die Reichsten der Reichen sieht er als Beispiel für eine allgemeine Tendenz: Heute sind Milliarden Menschen gezwungen, ihre Arbeitskraft nicht nur zu verkaufen, sondern sie auch buchstäblich jederzeit zur Verfügung zu halten. Die Zahl derjenigen, die ohne Schutzrechte einem ökonomischen Willkürregime ausgeliefert sind, nimmt stetig zu. Faktisch, so Mbembe, haben sie den Status von Sklaven. Dafür aber waren in der neueren europäischen und nordamerikanischen Geschichte, im bisherigen Kapitalismus in erster Linie Afrikaner vorgesehen. Das ändert sich im Zeichen neokolonialer Kriege, von Demokratie- und Sozialabbau seit dem Ende der Sowjetunion: Alle Arbeitenden weltweit werden in diesem Sinn »afrikanisiert«.

Afrika rückt in den Mittelpunkt des Weltgeschehens – in mehrfacher Hinsicht. Der ökonomische Kampf um die Ressourcen des Kontinents ist in vollem Gang. 130 Milliarden US-Dollar sogenannter Entwicklungshilfe gehen jährlich in ärmere Länder, eine Billion US-Dollar fließen aus ihnen aber pro Jahr illegal ab – vor allem aus Afrika.

Die Zeit ist reif für eine afrikanische, lateinamerikanische oder asiatische Theorie einer kommenden Revolution. Die Anzeichen mehren sich, dass in der Bevölkerung dieser Kontinente, unter deren Politikern und Wissenschaftlern viel in Bewegung kommt. Aus all diesen Gründen ist Afrika Schwerpunkt der XXIII. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz.


14.01.2018, 10:00 Uhr: LL-Demo

Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration im Rahmen der Liebknecht-Luxemburg-Ehrung am 14. Januar 2018 um 10.00 Uhr vom U-Bhf. Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde sowie am 15.01.2018 um 18.00 Uhr vom Olof-Palme-Platz zu den Denkmälern im Tiergarten.

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“In einer Nachricht aus dem Zuchthaus Luckau schreibt Karl Liebknecht im April 1918 an seine Frau Sophie: »Aktion – Aktion! Ist gar nichts möglich? Es muss aber! Und darf nicht nachgelassen, sondern nur verschärft werden. Gerade jetzt.«

Knapp hundert Jahre sind seither vergangen. »Ist gar nichts möglich?«, fragen auch wir uns heute oft. Und antworten wie Liebknecht: »Es muss aber … gerade jetzt.«

Acht Menschen besitzen so viel, wie die ärmere Hälfte der Menschheit zusammen. Kriege und kriegerische Konflikte überziehen die Erde und treiben mehr als 60 Millionen Menschen in die Flucht. Eine atomare Katastrophe ist wieder denkbar. Der NATO-Terror erzeugt nicht zuletzt asymmetrische Antworten, darunter neuen Terror. Diejenigen, die aus Profitgründen die Welt ins Chaos stürzen, quatschen demagogisch von den Werten, die “wir – der Westen – uns nicht nehmen lassen”.

Ist Ausbeutung ein Wert? Sozialabbau ein Wert? Flächendeckende Überwachung ein Wert? Sind Asylpakete und Abschiebungen ein Wert? Ist Kapitalismus eine Wertegemeinschaft auch für die, die ihre Arbeitskraft zunehmend unter Wert verkaufen müssen? Und wie sollen wir die beinahe weltweiten Faschisierungstendenzen bewerten?

Vor 99 Jahren wurden Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und viele ihrer Weggefährten für ihre Standhaftigkeit gegen Ausbeutung und Krieg von der Reaktion ermordet. Demonstrieren wir – Linke verschiedener Strömungen – am 14. Januar 2018 in ihrem Geiste friedlich für die Solidarität unter den Ausgebeuteten, wo immer sie geboren sind. Demonstrieren wir gegen Kriege und gegen Faschismus – für eine sozial gerechte, solidarische, von Ausbeutung und Unterdrückung befreite Welt.

Trotz alledem!”

LL-Bündnis, Berlin, September 2017


Fr. 09.02.108 – So. 11.02.2018: Berliner Motorradtage

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